Wie ich zum tragen kam oder wie wickle ich 5,20m Stoff um mich ohne mich zu erhängen

Angefangen hat alles in der Schwangerschaft. Bei unseren täglichen Gassirunden quer durch den
Wald kam immer öfter die Frage auf, wie schaffe ich es über Stock und Stein mit einem riesen
Energiebündel an der Leine und einem Winzling im sperrigen Kinderwagen ?? Daraufhin
informierte ich mich über das Tragen und merkte schnell das ich ein Tragetuch brauche. 4 Wochen
nach der Kaiserschnittentbindung war ich fit genug und lieh mir ein Tuch bei einer Bekannten. Wir
übten das ganze Gewurschtel mit einem Teddybär und ich war anfangs sehr ratlos wie das mit
Säugling klappen soll. Doch ich hatte es recht schnell raus und unsere Tragezeit konnte beginnen.
Meine Tochter und ich wurden ein eingespieltes Team. Der Kinderwagen war von nun an
Geschichte. Wir genossen unsere Kuschelstunden nicht nur unterwegs, sondern auch immer öfter
zuhause. Nach einiger Zeit konnten wir auch den Papa vom Tragen überzeugen und ich fühlte mich
teilweise schon „nackt“ ohne Baby vorm Bauch. Irgendwann wurde mir die kleine vorne zu schwer
und es wurde recht unhandlich beim Gassi gehen. Abhilfe schaffte ein Ergo Baby Carrier und Lea
zog auf den Rücken. Im Sommerurlaub überzeugten wir dann noch den Opa und belächelten die
anderen Eltern bei den Königsschlössern. Kind in der einen Hand und den Kinderwagen mit der
anderen Hand irgendwie die zahlreichen Treppen hoch. Irgendwann wurde unser geliebter Ergo
dann doch zu klein. Wir mussten uns nach alternativen umzuschauen. Ich übte den einfachen
Rucksack. Aber so wirklich wohl fühlte ich mich damit nicht. Angst das das Kind raus fällt, Angst
beim Einbinden und unsere Gassirunden wurden immer kürzer. Wir waren nicht mehr glücklich.
Dank Internet erfuhr ich nun von Trageberatern. Ich nahm Kontakt zu Lisa auf und sie wusste genau
mit was sie uns glücklich machen konnte. Bei unserem Termin zur Trageberatung brachte sie mir
Schritt für Schritt den Double Hammock bei. Mit viel Geduld, nettem Gespräch und kurzen Pausen
schaffte ich es nun meine, mittlerweile nicht mehr ganz so kleine, Tochter sicher auf den Rücken zu
bringen und sie sicher einzubinden. Ich durfte noch ein paar Tücher bestaunen, verschiedene Tragen
testen ( ohja leider nicht so einfach wenn man keine Modelmasse hat einen passenden Hüftgurt zu
finden) und ich zog um einige Erfahrungen reicher und einem Test Tragetuch im Gepäck glücklich
von dannen. Zuhause übte ich noch ein paar Mal vor dem Spiegel und wurde immer sicherer. Einer
langen Tragezeit stand nichts mehr im Wege. Ohne Trageberatung hätte ich es vermutlich
irgendwann aufgegeben. So sind wir nach 3 ½ Jahren immer noch glücklich mit Tuch unterwegs
und wenn es mal Fragen gibt, bekommen wir sofort Hilfe. Kind Nummer zwei ist unterwegs, die
Kliniktasche fast fertig gepackt und das wichtigste liegt schon oben drauf , das Tragetuch.